Restauration - Tipps

8. Lenkrad

Die Reparatur des alten Bakelit-Lenkrades  - meist ist das Bakelit rissig oder teilweise abgeplatzt - war einfacher als ich gedacht hatte.


Um es gleich vorweck zu sagen: Es gibt meines Wissens keine neuen Hürlimann - Lenkräder (Nachbauten); zu jedem Eicher, Deutz, Fahr etc, sind Kunststoff-Nachbauten mit Metallspeichen in den unterschiedlichen Abmessungen (Konus an der Lenksäule) erhältlich, nicht für Hürlimann-Schlepper.
Mein Lenkrad war so hinüber, das Bakelit viel bei Berührung teilweise schon großflächig ab, daß ich über Verbindungen in die Schweiz ein neues, gebrauchtes Rad erhalten habe. An dieser Stelle gilt mein Dank besonders Uwe und Erich.
Der Zustand war wirklich sehr gut, allerdings wies auch hier das Bakelit bereits ein paar Risse auf, so daß ich beschloß, doch noch Hand anzulegen.

Warum platzt das Bakelit ab?
Das Bakelit wird über die Jahrzehnte leicht porös und rissig. Nun dringt Wasser und Luft bis zum darunterliegenden Metall vor. Der Körper des Lenkrades ist aus einer Leichtmetall-Druckgußlegierung, wahrscheinlich Zink. Die Legierung beginnt nun zu korrodieren, also auszublühen. Durch die diesbezügliche x-fache Volumenzunahme wird das Bakelit nach außen gedrückt, wird noch rissiger und platzt bei geringer Belastung gänzlich ab.

Soweit zur Theorie, was nun machen?

Das aufgeplatzte Lenkrad läßt sich sehr gut mit Gelcot reparieren. Gelcot ist ein 2Komponenten Kunstoff, den es in verschiedenen Farben (Ich habe schwarzen benutzt) gibt. Er wird im Boots- und Jachtbau genutzt.
Alle Risse und sonstige Fehlstellen vor der Gelcoat-Behandlung mit einem kegelförmigen Schleifstift (Dremel o.ä.) bis aufs Metall aufschleifen, und säubern, Dann können sie so entstandenen Schlitze wieder mit Gelcot gefüllt werden. Mit Spachtel oder Holzstäbchen sauber auftragen, die Masse so nah wie möglich ähnlich der Originalkontur formen und aushärten lassen. Im Anschluß dann die mit Schleißpapier beischleifen, dabei in der Körnung immer feiner werden, zu Schluß Naßschleifpapier nehmen. Den letzte Schliff erhält dann das Lenkrad durch die Nutzung von Schleiß- und Polierpasten, wie sie jeder Autolackierer verwendet.

Verwendet habe ich schwarzen Gelcoat-Spachtel, der läßt sich optimal verarbeiten und paßt farblich perfekt.

 

9. Halterungen für die Chrom-Zierleisten

Häufig ist der eingelötete Gewindezapfen ausgerissen oder die Halterung fehlt gleich ganz. Die Halterungen für die Chrom-Leisten von Motorhaube und Frontmaske lassen sich mit wenig Aufwand schnell selbst herstellen.

 

Halterungen für die Leisten der Frontmaske:
Ich habe mir aus dem Baumarkt eine Stange Messing 15x2 besorgt. Nun entsprechend der Anzahl der Halterungen Stücke in den Längen von 26, 27 und 28mm absägen. Da man die Halterung nachher nicht sieht, müßen die Stirnseiten (Sägeseite) nicht exakt winklig sein, es reicht auch ein Schneiden mit der Hebelschere. Die exakte Länge bitte zuvor an den Leisten ausprobieren: Die Stücke werden quer in die Leiste von hinten eingeführt, müssen dabei locker gängig beiben, dürfen aber nicht rausfallen, weil sie zu kurz sind. Einfach mal von jeder Länge ein Muster anfertigen und ausprobieren.
Nun in die Mitte des Meesingstückes ein M5 Gewinde schneiden und eine Zylinderkopf-Schraube M5x16 stramm eindrehen. Ich habe ebenfalls Schrauben aus MS genommen und diese sicherheitshalber noch mit Lagersicherung verklebt. Nun ist der Schraubenkopf noch zu hoch, d.h. die Platte paßt so noch nicht in die Leiste, also den Kopf bis etwa auf die Tiefe des Schlitzes kürzen. Das kann an einer Drehbank passieren, mit der Feile oder auch mit Schleifscheibe bzw. Flex.

Halterungen für die schmalen Leisten an der Motorhaube:
Für diese Halterungen habe ich ebenfalls Messing verwendet, allerdings 13x2. Da ich nur 15x2 in den Baumärkten gefunden habe, blieb mir nichts anderes übring, als die Breite von 13mm auf der Stoßmaschine  herzustellen. Alternativ geht auch wieder Feile oder Flex. Das fertige Flach-Messing (13x2) nun in ca. 15mm lange Stücke schneiden / sägen. 
Natürlich geht das Ganze auch anders herum: Aus dem 15mm breiten Flach dann 13mm lange Stücke sägen, hier müssen Maß und Rechter Winkel stimmen.
Gewindebohrung, Schraube eindrehen und Kopf kürzen, bei diesen Haltern jedoch so weit wie möglich. Ich habe ca. 1mm des Schraubenkopfes stehen lassen.
Bei diesen Halterungen müssen noch beide Seiten über die 13mm auf ca. 45° abgeschrägt (in Richtung Schraubenkopf) werden, um die Außenrundung der Leiste zu kompensieren. Auch hier macht es Sinn, ein Muster anzufertigen und an der Zierleiste auf Gängigkeit zu prüfen.